Stiftung Trossen

 


 

 


Nachruf der Gesellschaft der Freunde der FH Bingen

 

Am 29. September 2006 verstarb nach kurzer schwerer Krankheit

Herr Dipl-Ing. Alfred Trossen

aus Longuich an der Mosel,

langjähriges Mitglied der Gesellschaft der Freunde der Fachhochschule Bingen (GdF) und Gründer einer Stiftung zu Gunsten der GdF.

Alfred Trossen erblickte am 29. Januar 1929 in Longuich an der Mosel das Licht der Welt als Sohn des Mühlenbesitzers August Trossen und seiner Ehefrau Katharina, geb. Barthelmes. Sachlich, aber unter Einbeziehung seiner Eindrücke, schildert er in seinem 1999 in Trier erschienenen Buch „Longuich-Kirsch, Beiträge und Reportagen zur Dorfgeschichte“ unter anderem seine Erlebnisse aus Kindheit und Jugend. Nur um Haaresbreite kam er, wie er berichtet, 1945 am Kriegsdienst vorbei.

Wie ist es möglich, dass ein Mann im reifen Alter von 60 Jahren solch genaue Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend haben kann? Alfred Trossen führte seit dem 14. Lebensjahr Tagebuch und vermerkte darin die für ihn wichtigen Vorkommnisse, Erlebnisse und Eindrücke.

Die fünfziger Jahre führten ihn, der sich schon als Gymnasiast der Elektronik verschrieben hatte, zum Studium der Nachrichtentechnik nach Bingen am Rhein. 1959 schloss er hier sein Studium ab. Aber er kehrte seiner zweiten Heimat Bingen nicht den Rücken. Er behielt seine Wohnung im Hause der Familie Immerschitt in der Schmittstraße, wurde Lehrbeauftragter an der Fachhochschule und gründete ein Ingenieurbüro für Elektronik, mit dem er Forschungs- und Entwicklungsaufgaben für Industrie und Militär übernahm.

Alfred Trossen war ein zugleich seiner Heimat verbundener als auch weltoffener Mensch. Die aufopfernde Pflege seiner erkrankten Mutter hielt ihn in Longuich auf dem Grundstück der alten Mühle, auf dem im Jahre 1976 ein schmuckes Wohnhaus für ihn und seine Mutter entstanden war. Seine geschäftlichen Bindungen zogen ihn ins Ausland bis in die USA, in die Welt der Zukunft, ins John F. Kennedy-Weltraumcenter, Cape Canaveral, Florida. In der Nähe davon verbrachte er auch als bereits älterer Mensch seine Urlaube. Dort erlebte er die Ungezwungenheit und die Freiheit, die ihn im alten Europa manches Mal merkbar einengte.

Alfred Trossen war bereits als Student, nämlich im Jahr 1958 Mitglied der GdF geworden, der er sich stets verbunden fühlte. Er berichtete einmal, in einem Praktikum seines Studiums mit einer Hochfrequenz-Apparatur gearbeitet zu haben, auf der das Inventarschild „Gestiftet von der GdF“ prangte. Dies habe seine tiefe Bindung zur GdF nachhaltig beeinflusst.

„Die Vergangenheit bewahren, Tradition der Vorfahren behüten und Visionen für eine bessere Zukunft haben“, das waren die Leitgedanken seines Lebens.

Mit Alfred Trossen verlieren wir einen Freund, einen großherzigen Förderer und einen Menschen, der mit sich darüber im Reinen war, worauf es im Leben ankommt. Wir trauern nicht nur um den Förderer, wir trauern um unseren Freund Alfred Trossen. Und wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren: Mit der Umsetzung seines Vermächtnisses, vor allem aber in unserer Erinnerung an ihn.
 

Dr.-Ing. Klaus-Werner Linneweber

 

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Grabstätte Trossen

 





 


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